SCORE!-Schriftzug auf der Hauptbühne
SCORE! 2026 Rückblick: So prägend war die SCORE! 2026 für den Schweizer Handel
Die SCORE! 2026 setzte starke Akzente für die Zukunft des Schweizer Handels − mit klaren Einordnungen, mutigen Praxisbeispielen und offenem Austausch. Die von Post und PostFinance präsentierten Masterclasses lieferten praxisnahe Impulse zu E-Commerce, Technologie und neuen Geschäftsmodellen.
Die SCORE! 2026 hat erneut gezeigt, wie viel Dynamik, Mut und Innovationskraft in der Schweizer Handelsbranche steckt. Gleich zu Beginn verband die Konferenz strategische Einordnung, praxisnahe Einblicke und offenen Austausch – ein Markenzeichen der Veranstaltung.
Zum Auftakt wurde klar: Die Branche befindet sich im Wandel. Jochen Krisch, Alexandra Scherrer, Patrick Erny und Bernhard Egger ordneten die Lage präzise ein. Der globale Wettbewerb nimmt zu, neue Player bringen Dynamik, und grosse Plattformen treiben die Entwicklung mit dem Ziel, ihre Reichweite konsequent zu monetarisieren. Ein zentrales Fazit: Marktplätze gehören zu den Gewinnern. Sie vereinen Daten, Relevanz und Skalierung. Gleichzeitig blickt die Branche vorsichtig auf das laufende Jahr. Klar ist aber auch: Neue Anbieter beleben den Markt, und grosse chinesische Player sind gekommen, um zu bleiben.
Auch die anschliessenden Panels machten deutlich, wie Transformation in der Praxis aussieht. Besonders eindrucksvoll war der Blick hinter die Kulissen von Micasa: Manuel Landolt und Philipp Agustoni schilderten, wie sie Micasa nach der Abspaltung von der Migros in die Eigenständigkeit führten. Für beide ist diese Aufgabe keine Last, sondern ein unternehmerisches Projekt mit viel Gestaltungsspielraum. Der Weg ist anspruchsvoll: Der Start erfolgte als Kaltstart ohne Onlineshop – im heutigen Handel ein klarer Nachteil, der schnelles und konsequentes Handeln erforderte. Ihr Beispiel zeigte, welche Bedeutung unternehmerische Entschlossenheit, klare Prioritäten und konsequente Kundenorientierung für eine erfolgreiche Neupositionierung haben.
Ebenso spannend war die Diskussion mit Marc Isler. Er zeigte, wie sich Schweizer Anbieter im Wettbewerb mit China behaupten können und wie entscheidend Tempo und Fokus geworden sind. Beispiele wie Apfelkiste verdeutlichen, dass auch kleinere Player mit klarer Positionierung schnell Relevanz aufbauen. Die Übernahme von Apfelkiste durch Mobilezone zeigt: Online und stationärer Handel wachsen zusammen und schaffen neue Möglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette. Marc Joss, CEO des Schweizer Textilunternehmens Switcher, richtet den Blick bewusst auf den Heimmarkt. Im Zentrum stehen der Wiederaufbau in der Schweiz und der gezielte Ausbau eigener Retailgeschäfte. Herkunft, Vertrauen und ein klar positioniertes Geschäftsmodell werden so zu konkreten Wettbewerbsvorteilen.
Stefan Fraude zeigte eindrücklich, wie sich Brack.Alltron in der Nach Pandemiephase positioniert – geprägt von wachsendem Wettbewerbsdruck und einer umfassenden Transformation. Im Zentrum steht die Herausforderung, als One Stop Shop weiter zu wachsen und gleichzeitig operative Exzellenz, Logistikqualität und Kundenerlebnis konstant hochzuhalten. Dabei wurde klar: Transformation ist ein Marathon. Brack.Alltron setzt auf Fokussierung und treibt Wachstum gezielt über Automatisierung voran. Gleichzeitig bleibt die Identität des Unternehmens ein zentraler Anker.
Prägend für die SCORE! war auch die besondere Atmosphäre zwischen den Programmpunkten: Kaum ein anderes Branchenformat bringt Menschen so kollegial und gleichzeitig professionell miteinander ins Gespräch. Wer im Schweizer Handel etwas bewegen möchte, findet hier die richtigen Impulse und vor allem die Menschen, die bereit sind, gemeinsam weiterzudenken.
Masterclasses: Wo Ideen zu Erfolgsmodellen werden
In den Masterclasses von Post und PostFinance zeigte sich, wie konkrete Mechaniken und systematische Herangehensweisen Wachstum erzeugen.
Case Study Rivella: In den Masterclasses zeigten Nils Niemann und Nico Bellabarba, wie Rivella mit KI gestützten, kreativen Werbevideos (sogenannten Creatives) datengetrieben arbeitet. Rivella trifft damit den Ton der Gen Z und nutzt konsequent die Möglichkeiten moderner Creative Produktion. Die Videos sind entlang des Funnels aufgebaut. Dabei wird klar: Erst durch solche Creative Ansätze entsteht überhaupt die nötige Aufmerksamkeit.
Pre Loved als Wachstumspfad: Foto Video Zumstein und Veloplus zeigten, wie Trade in und Secondhand-Modelle Kundenbindung stärken, Kosten senken und die Customer Journey verlängern.
Influencer Marketing als Performance-System: Auf Basis der Betty Bossi Case-Study machte Christa Müller sichtbar, wie Influencerinnen und Influencer entlang eines klaren Funnels gezielt eingesetzt werden können. Tanja Herrmann zeigte, wie Kreativität, Authentizität und Datenführung zur messbaren Performance verschmelzen.
Fazit: Eine SCORE!, die Zeichen setzte
Die SCORE! 2026 war mehr als eine Konferenz. Sie war ein Spiegel für die Branche und gleichzeitig ein Impulsgeber für die Zukunft. Mit Themen, die Mut machen. Mit Menschen, die offen teilen. Mit Formaten, die Substanz liefern. Und mit einer Community, die Wandel nicht fürchtet, sondern gestaltet. Der Schweizer Handel steht vor grossen Fragen. Die SCORE! 2026 hat viele davon nicht nur gestellt, sondern auch erste Antworten gegeben. Der Takt für die nächsten Monate ist gesetzt: schneller, datenbewusster, kundennäher.
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