Übergabepunkte der Zukunft

Paketbote übergibt ein Paket an Kundin (Post-Elektrofahrzeug im Hintergrund)

Paketbote übergibt ein Paket an Kundin (Post-Elektrofahrzeug im Hintergrund)

Übergabepunkte der Zukunft Wie die Schweiz ihre Briefe und Pakete künftig versenden und empfangen will

Publiziert am 09.12.2025 von Patrizia Prince, Fachspezialistin Customer & Market Insights, Schweizerische Post

Welche Kanäle bevorzugt die Schweizer Bevölkerung für den Versand und Empfang von Briefen und Paketen heute, und wo liegt das Potenzial für neue Lösungen? Eine Studie von Customer & Market Insights der Schweizerischen Post in Zusammenarbeit mit YouGov Schweiz liefert Antworten.

Versand heute: Die Filiale oder Filiale mit Partner ist beliebtester Abgabeort

Wenn es ums Versenden von Briefen und Paketen geht, bleibt der Gang in die Filiale die klare Nummer eins. Die Postfiliale oder die Filiale bei einem Partner ist über alle Gebiete der Schweiz – von stark urban bis stark ländlich – der am häufigsten genutzte Abgabeort für Briefe und Pakete, dies besonders in ländlichen Regionen. In den Städten zeigt sich ein etwas differenzierteres Bild: Hier nutzen deutlich mehr Privatkundinnen und -kunden alternative Optionen wie pick@home, bei der Pakete bequem zu Hause abgeholt werden, oder My Post 24-Automaten, die rund um die Uhr zugänglich sind. Letzteres ist auch verständlich, weil Automaten in urbanen Gebieten häufiger vorkommen. Vor allem jüngere Menschen zwischen 15 und 44 Jahren setzen häufiger auf diese beiden Versandoptionen als ältere Generationen.

Grafik: Frage - Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]
Grafik 1: Frage: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]

Versandpräferenzen: Alternative Abgabeorte gewinnen an Bedeutung

Und wie sieht es morgen aus? Auch in Zukunft bleibt die Filiale oder Filiale mit Partner bei den Schweizerinnen und Schweizern der bevorzugte Abgabeort für Briefe und Pakete mit einem Durchschnittswert von 4,7 auf einer Skala von 1 bis 6. Mit zunehmender Urbanität nimmt die Präferenz für Filialen jedoch leicht ab, gleichzeitig steigt die Offenheit gegenüber alternativen Kanälen. Hervorzuheben ist, dass in der Studie auch eine Versandart abgefragt wurde, die derzeit in der Schweiz noch nicht existiert: der freistehende Paketeinwurf, bei dem Pakete ähnlich wie Briefe eingeworfen werden könnten. In stark urbanen Gebieten können sich signifikant mehr Menschen vorstellen, künftig den Paketeinwurf oder Automaten für das Versenden zu nutzen, als in ländlichen Regionen. Auch jüngere Kundinnen und Kunden zeigen vergleichsweise eine höhere Bereitschaft als ältere, den Paketeinwurf, die Abholung zu Hause (pick@home) oder den Automaten zu nutzen.

Grafik: Frage - Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] und Frage: Stellen Sie sich vor, es handelt sich um eine bereits frankierte Sendung (z. B. Paket oder Brief). Wie häufig würden Sie folgende Versandart(en) nutzen? [Anzahl Antworten = 1931, Skala: 1 = «Nie», 6 = «Immer»] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]
Grafik 2: Frage: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] und Frage: Stellen Sie sich vor, es handelt sich um eine bereits frankierte Sendung (z. B. Paket oder Brief). Wie häufig würden Sie folgende Versandart(en) nutzen? [Anzahl Antworten = 1931, Skala: 1 = «Nie», 6 = «Immer»] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]

Besonders spannend wird es beim Blick auf das Potenzial, wenn die heutige Nutzung mit der künftigen Präferenz verglichen wird. Die Dienstleistung pick@home wird heute durchschnittlich von 15 Prozent der Befragten genutzt, für fast doppelt so viele (29 Prozent) könnte sie in Zukunft ein wichtiger Versandkanal werden (Potenzial = +14 Prozent). Ein ähnliches Bild bei den Automaten: 9 Prozent nutzen sie, insgesamt 21 Prozent könnten sich vorstellen, diese Lösung künftig zu nutzen (Potenzial = +12 Prozent). Zudem könnten weitere 3 Prozent (pick@home) bzw. 7 Prozent (Automat) der unentschlossenen Personen (weiss nicht) von den erwähnten Versandarten überzeugt werden.

Grafik: Frage - Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] und Frage: Stellen Sie sich vor, es handelt sich um eine bereits frankierte Sendung (z. B. Paket oder Brief). Wie häufig würden Sie folgende Versandart(en) nutzen? [Anzahl Antworten = 1931, Skala: 1 = «Nie», 6 = «Immer»] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]
Grafik 3: Frage: Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um Pakete zu versenden/zurückzusenden? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] und Frage: Stellen Sie sich vor, es handelt sich um eine bereits frankierte Sendung (z. B. Paket oder Brief). Wie häufig würden Sie folgende Versandart(en) nutzen? [Anzahl Antworten = 1931, Skala: 1 = «Nie», 6 = «Immer»] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]

Empfang heute: Zuhause ist Trumpf

Beim Empfang von Sendungen ist das Bild klar: 89 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer lassen sich ihre Pakete nach Hause liefern. Nur Menschen, die in stark urbanen Gebieten wohnhaft sind, weichen etwas von dieser Norm ab.

Grafik: Frage - Wohin lassen Sie Ihre Pakete normalerweise liefern? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]
Grafik 4: Frage: Wohin lassen Sie Ihre Pakete normalerweise liefern? [Anzahl Antworten = 1931, Mehrfachantwort] [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]

Empfangspräferenzen: Nähe schlägt alles

Beim Empfang von Briefen und kleineren Paketen bevorzugen Schweizerinnen und Schweizer mit einem Durchschnittswert von 5,2 die Zustellung direkt im Briefkasten bzw. Milchkasten oder die persönliche Zustellung durch die Postbotin oder den Postboten (Ø 5,1). Gerade in ländlichen Regionen sind diese beiden Zustellarten besonders beliebt.

In Städten und bei jüngeren Menschen ist die Offenheit gegenüber neuen Formaten grösser: Gesicherte Brief-/Paketboxen am Hauseingang, Brief-/Paketautomaten in der Wohnanlage und Automaten finden dort mehr Zuspruch als auf dem Land oder bei älteren Generationen.

Grafik: Frage - Welche Empfangsart entspricht am ehesten Ihren Bedürfnissen, wenn Sie einen Brief oder ein Paket (Schuhkarton oder kleiner) empfangen? [Anzahl Antworten = 1931, Bewertung auf einer Skala von 1 (entspricht mir überhaupt nicht) bis 6 (entspricht mir sehr) [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]
Grafik 5: Frage: Welche Empfangsart entspricht am ehesten Ihren Bedürfnissen, wenn Sie einen Brief oder ein Paket (Schuhkarton oder kleiner) empfangen? [Anzahl Antworten = 1931, Bewertung auf einer Skala von 1 (entspricht mir überhaupt nicht) bis 6 (entspricht mir sehr) [Quelle: Übergabepunkte der Zukunft 2025, Schweizerische Post]

Paketautomaten: Die Schweiz geht ihren eigenen Weg

Ein Blick ins Ausland zeigt: In vielen nordeuropäischen Ländern – etwa in Deutschland oder Norwegen – gehören Paketautomaten längst zum Alltag beim Empfang von Sendungen. In der Schweiz hingegen ist die Zurückhaltung deutlich spürbar. Paketautomaten ausserhalb des Wohnquartiers geniessen gemäss unserer Studie nur geringe Akzeptanz. Stattdessen bevorzugen die Menschen Lösungen unmittelbar beim eigenen Zuhause – sei es die persönliche Zustellung durch die Postbotin oder den Postboten, die Zustellung im Briefkasten bzw. Milchkasten oder in einer Brief-/Paketbox direkt beim Hauseingang.

Ausblick: Vielfalt statt Einheitslösung

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Zukunft der Post kennt keine Einheitslösung, sondern Vielfalt. Klassische Kanäle wie die Filialen bzw. Filialen bei Partnern oder der Empfang direkt zu Hause bleiben wichtig, doch die Nachfrage nach flexiblen alternativen Empfangs- und Versandkanälen wächst, insbesondere in urbanen Räumen und bei jüngeren Zielgruppen.

Klar ist: Eine Einheitslösung wird es nicht geben. Die Post wird künftig dort investieren, wo Akzeptanz und Potenzial am grössten sind, und so den Alltag der Menschen in der Schweiz einfacher und flexibler gestalten.

Patrizia Prince

Fachspezialistin Customer & Market Insights, Schweizerische Post

«Aus Daten Insights zu generieren, begeistert mich! Als Spezialistin für Customer & Market Insights entwickle ich fundierte Grundlagen, die strategische Entscheidungen unterstützen und echten Mehrwert schaffen.»

Portrait Patrizia Prince

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