KI-Suche für KMUs: Was Sie jetzt wissen müssen

Sanitäter arbeitet mit Schraubenschlüssel am Abflussrohr (KI-Generiert)

Sanitäter arbeitet mit Schraubenschlüssel am Abflussrohr (KI-Generiert)

E-Commerce und KI KI-Suche für KMUs: Was Sie jetzt wissen müssen

Publiziert am 12.08.2025 von Thomas Hasenfratz, Managing Partner der cloudWEB GmbH

Haben Sie schon bemerkt, dass Kundinnen und Kunden immer seltener direkt über Ihre Website anfragen und dass Empfehlungen plötzlich nicht mehr nur über Google, sondern auch über ChatGPT & Co. vergeben werden – manchmal ohne, dass Ihr Unternehmen überhaupt genannt wird?

Das ist kein Zufall. Die Suchgewohnheiten Ihrer potenziellen Kundinnen und Kunden verändern sich: KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder der Google AI Mode beantworten Fragen direkt – und überspringen oft die klassische Google-Trefferliste. Wer dort nicht vorkommt, verliert Sichtbarkeit, Aufträge und Marktanteile – selbst, wenn er vor Ort zu den besten Anbietern gehört.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • wie KI-Suche funktioniert und warum sie die klassische Google-Suche ergänzt,
  • wie Sie in fünf Minuten prüfen, ob KI-Tools Ihr Unternehmen kennen,
  • und welche konkreten Schritte Sie heute einleiten müssen, um in ChatGPT, Perplexity & Co. sichtbar zu bleiben.

Kurz gesagt: Sie lernen, wie Sie in der neuen Welt der KI-Suche sichtbar bleiben – bevor Ihre Konkurrenz Ihnen den Rang abläuft.

Die neue Realität: Warum Sichtbarkeit neu definiert wird

Früher lief die Kundensuche einfach: Jemand in Zürich hat ein Wasserleck, tippt «Sanitär Notdienst Zürich» bei Google ein und wählt aus einer Liste von Websites. Heute sieht das anders aus. Dieselbe Person stellt ihre Frage an ChatGPT – und erhält sofort eine konkrete Antwort mit Firmennamen, ohne je eine Google-Ergebnisseite zu öffnen. Das bedeutet: Wenn KI-Tools Ihr Unternehmen nicht kennen, existieren Sie für diese Person praktisch nicht – auch wenn Sie objektiv der beste Anbieter in der Region sind.

KI-Suche verstehen: ChatGPT, Perplexity & Google AI Mode

Der entscheidende Unterschied ist einfach: Google liefert Ihnen eine Liste von Links, während KI-gestützte Suchsysteme direkte Antworten geben.

  • Google: «Hier sind zehn Websites von Sanitärbetrieben in Zürich.»
  • ChatGPT: «Die drei besten Sanitärbetriebe in Zürich sind: Müller AG, Sanitär Huber und …»

Google hat darauf mit dem AI Mode reagiert – einem neuen, KI-gesteuerten Suchmodus, der in den USA, im UK und in Indien bereits aktiv ist und über 100 Millionen monatliche Nutzende hat.

Die Zahlen einordnen: Google vs. KI-Tools

Bevor Sie in Panik verfallen, betrachten wir die Fakten: Google verarbeitet weltweit rund 14 Milliarden Suchanfragen pro Tag. ChatGPT kommt aktuell auf etwa 37,5 Millionen – ein Verhältnis von 373 : 1 zugunsten von Google.

Das zeigt: Google dominiert weiterhin deutlich. Dennoch steigt die Nutzung von KI-Suchsystemen rasant an. ChatGPT hat inzwischen 400 Millionen wöchentliche Nutzende – viermal so viele wie noch im November 2023.

Die Botschaft ist klar: Sie haben noch Zeit zum Handeln, aber der Trend ist unumkehrbar. Wer jetzt nicht beginnt, wird später unsichtbar sein.

Schnelltest: Sind Sie für die KI-Suche sichtbar?

Mit diesem einfachen 5-Minuten-Test finden Sie heraus, ob ChatGPT & Co. Ihr Unternehmen bereits kennen:

  1. Öffnen Sie ChatGPT (kostenlos unter chat.openai.com)
  2. Fragen Sie: «Welche sind die besten Sanitärbetriebe in Zürich?»
  3. Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen genannt wird

Werden Sie erwähnt? Glückwunsch – Sie sind in der KI-Suche sichtbar.

Werden Sie nicht erwähnt? Dann sollten Sie sofort handeln.

Screenshot von Kundenbewertungen (online)

Aktuell könnte man mit wenigen Bewertungen eine Top-Position erreichen. Nutzen Sie die Chance.

Wiederholen Sie den Test mit unterschiedlichen Formulierungen:

  • «Zuverlässiger Sanitär Notdienst Zürich»
  • «Empfehlung Heizungsreparatur Zürich»
  • «Welcher Sanitärbetrieb ist in Zürich empfehlenswert?»

Warum manche Unternehmen gefunden werden

Eine Studie der Princeton University hat 10 000 KI-Suchanfragen ausgewertet und dabei drei entscheidende Erfolgsfaktoren identifiziert:

1. Glaubwürdige Quellen

KI-Tools vertrauen belegbaren Informationen mehr als Eigenlob.

  • Schlecht: «Wir sind die besten Sanitärinstallateure in Zürich.»
  • Besser: «Laut Kundenbefragung 2024 empfehlen 96 Prozent unserer Kundinnen und Kunden unseren Sanitärservice weiter.»

2. Konkrete Zahlen und Fakten

Messbare Daten wirken stärker als vage Aussagen.

  • «Seit 1987 über 8000 zufriedene Kundinnen und Kunden»
  • «24-Stunden-Notdienst mit durchschnittlich 45 Minuten Anfahrtszeit»
  • «98 Prozent aller Reparaturen beim ersten Termin erfolgreich»

3. Externe Bestätigungen

Externe Quellen haben für KI-Suchsysteme mehr Gewicht als Ihre eigenen Aussagen.

  • Google-Bewertungen mit 4,8 Sternen
  • Erwähnungen in lokalen Medien («Tages-Anzeiger empfiehlt…»)
  • Mitgliedschaften in Branchenverbänden
  • Kundenbewertungen auf unterschiedlichen Plattformen

Sofort umsetzbare Schritte: heute starten

So erhöhen Sie noch heute die Chancen, in ChatGPT, Perplexity & Co. sichtbar zu werden:

Website-Texte überarbeiten

Prüfen Sie Ihre «Über uns»-Seite und ersetzen Sie Eigenlob durch überprüfbare Fakten.

  • Vorher: «Als führender Sanitärbetrieb bieten wir erstklassigen Service.»
  • Nachher: «Seit 15 Jahren vertrauen über 3000 Haushalte in Zürich unserem 24-Stunden-Notdienst (Kundenbewertung 2024: 4,9/5,0 Sterne).»

Google My Business-Profil optimieren

  • Aktuelle Fotos Ihrer Arbeit hochladen
  • Öffnungszeiten korrekt eintragen
  • Dienstleistungen detailliert beschreiben
  • Regelmässig auf Bewertungen antworten

Bewertungen systematisch sammeln

  • Nach jedem Auftrag um eine Google-Bewertung bitten, dies kann problemlos automatisiert werden
  • QR-Code auf Rechnungen für direkten Bewertungslink platzieren
  • Bewertungen auch auf Plattformen wie local.ch oder search.ch einholen

Lokale Medienpräsenz aufbauen

  • Pressemitteilungen an lokale Onlinezeitungen senden
  • Als Fachperson für Interviews zur Verfügung stehen
  • Fachartikel für Hausbesitzer-Magazine schreiben

Was kommt auf uns zu

Google AI Mode auf dem Weg nach Europa

Google testet den KI-gestützten Suchmodus bereits in mehreren Ländern. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Nutzende in der Schweiz Zugriff darauf haben – und damit KI-Antworten noch mehr zur Norm werden.

Neue KI-Tools entstehen laufend

Neben ChatGPT etablieren sich Systeme wie Perplexity, Claude oder andere spezialisierte KI-Assistenten. Das Prinzip bleibt gleich: Wer nicht in den zugrunde liegenden Datenquellen vorkommt, wird nicht empfohlen.

Jetzt Grundlagen schaffen

Unternehmen, die heute starten, haben einen deutlichen Vorsprung. In zwei Jahren wird fast jedes KMU versuchen, in KI-Suchen sichtbar zu werden – dann wird es deutlich schwerer und teurer.

Fazit: jetzt handeln, um sichtbar zu bleiben

KI-Suche ist keine ferne Zukunft – sie verändert schon heute, wie Kundinnen und Kunden Entscheidungen treffen. Wer in ChatGPT, Perplexity & Co. nicht auftaucht, existiert für viele Suchende praktisch nicht.

Für KMUs in der Schweiz bedeutet das: jetzt die Grundlagen für Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen schaffen. Das erfordert keinen radikalen Umbau Ihres Marketings, sondern gezielte Anpassungen – von glaubwürdigen Website-Inhalten über aktive Bewertungsstrategien bis hin zu technischer Zugänglichkeit für KI-Crawler.

Je früher Sie beginnen, desto leichter sichern Sie sich Ihren Platz in der neuen Suchwelt – bevor es Ihre Konkurrenz tut.

Interessant

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