Pinterest als Shoppingkanal nutzen

Smartphone Bildschirm mit Social Media Apps

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Pinterest Pinterest als Shoppingkanal nutzen

Publiziert am 21.06.2022 von Biljana Nikolic, Digital Commerce Consultant, Post CH AG

Die Suche der Kundinnen und Kunden nach Inspirationen und neuen Produkten findet immer seltener in den Innenstädten statt. Auf dem heimischen Sofa ersetzt das Smartphone den Rundgang durch die Stadt und Netzwerke wie Pinterest spielen eine immer grössere Rolle.

Auf Bildernetzwerken wie Instagram und Pinterest veröffentlichen die Nutzerinnen und Nutzer Fotos aller Art. Sie zeigen mit Bildern oder in kurzen Videoclips sportliche Erfolge, Ausflüge, geselliges Beisammensein oder Erlebnisse. Und immer mehr Marken und auch Handelsunternehmen sind auf den Plattformen ganz offiziell vertreten, um ihre Produkte vorzustellen, Inspirationen zu liefern oder sich zu präsentieren.

Auf der Suche nach Monetarisierungsmöglichkeiten haben beide Plattformen den Handel für sich entdeckt und wollen mehr als nur ein «Schaufenster» sein. Gerade Pinterest hat in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Funktionen vorgestellt, mit denen Händler in das «Social Shopping» einsteigen können.

Millionen-Reichweite für den Handel

Rund 400 Millionen User zählt Pinterest weltweit. Damit ist die Plattform eine der weltweit grössten Social-Media-Plattformen. Eine potenzielle Reichweite, an der der Handel nicht vorbeigehen sollte. Im Sommer 2021 verkündete Pinterest erstmals die Einführung von Funktionen für den Verkauf in Kooperation mit Shopify. Dieses Angebot wurde kürzlich erweitert.

Produktdaten sind auch hier die Basis

Voraussetzung für den direkten Verkauf auf Pinterest sind zwei Dinge. Zunächst müssen Händlerinnen und Händler einen Business Account einrichten. Damit ist auch die Koppelung an ein Shopsystem wie Shopify besonders einfach. Das Geschäftskonto ist auch die Grundlage dafür, um Anzeigen zu schalten oder die Analysefunktionen zu verwenden.

Nach einer Frist von drei Monaten können Unternehmen mit einem Business Account die Teilnahme am Programm «Verifizierte-Händler» beantragen. Das ist unbedingt zu empfehlen, denn bekanntlich spielt Vertrauen im E-Commerce eine bedeutsame Rolle.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, brauchen Handelsunternehmen die passenden Produktdaten, um die Shoppingfunktionen nutzen zu können. Einsteiger und KMU werden wahrscheinlich ihre Produktdaten per Hand in das Katalog-Feature von Pinterest einpflegen. In diesem Fall genügt das Hochladen der entsprechenden Datei, die die Produktdaten und Informationen enthält. Bis zu 20 unterschiedliche Datenquellen sind erlaubt, die dann alle 24 Stunden auf Aktualisierungen geprüft werden.

Grössere Unternehmen, die einen Produktdatenfeed pflegen, weil sie etwa auch bei Google Shopping oder Preissuchmaschinen aktiv sind, werden statt einzelner Dateien die URL zu den Produktdaten hinterlegen. Besonders einfach geht das für die Anwender von Lösungen, die direkt von Pinterest unterstützt werden:

  • Shopify
  • WooCommerce
  • Lengow
  • ChannelAdvisor
  • GoDataFeed
  • Feedonomics
  • Productsup

Sind die Produktdaten vorhanden, kann es losgehen. Es warten eine ganze Reihe von Funktionen darauf, von den Händlerinnen und Händlern ausprobiert zu werden. «Idea Pins» sind etwa eine besondere Möglichkeit der kostenpflichtigen Ads, mit denen Unternehmen mit reichweitenstarken Influencern zusammenarbeiten können. «Slideshow Collections» erlauben die Zusammenstellung von Produktbildern zu einem dynamischen Video. Das Besondere: Die angezeigten Produkte sind individuell auf die Nutzerinnen passend zusammengestellt. Es werden Waren dargestellt, für die sich die Person schon einmal interessiert hat.

Am besten ist es, sich mit Hilfe der Anleitungen und Beschreibungen über die Möglichkeiten im Business Account zu informieren und damit zu experimentieren. Grössere Unternehmen werden wahrscheinlich die angebotenen Werbeformen nutzen, um gezielt mit Anzeigen auf sich aufmerksam zu machen.

Pinterest ist kein Selbstläufer

Wie alle Aktivitäten in sozialen Netzwerken ist Pinterest mit Arbeit verbunden und lebt davon, dass regelmässig interessante Inhalte produziert und zusammengestellt werden. Einmal ein Profil einzurichten und ein paar Produkte zu präsentieren, führt nicht automatisch dazu, von den Nutzerinnen und Nutzern überhaupt beachtet zu werden. Aber stationäre Händler richten ja auch nicht einen neuen Store ein und lehnen sich dann einfach zurück.

Mit interessanten Fotos, die Aufmerksamkeit erregen und Inspiration liefern, der Nutzung von «Tags» und kuratierten Boards wird der Auftritt aber auf die Dauer erfolgreich sein. Es bedarf schon einer gewissen Beharrlichkeit, Geduld, regelmässiger Inhalte und natürlich auch Werbung bei der eigenen Kundschaft.

Biljana Nikolic, Digital Commerce Consultant, Post CH AG

Biljana Nikolic ist seit Oktober 2019 bei der Schweizerischen Post tätig. Zuvor war sie lange Zeit im stationären Handel aktiv, wo sie in verschiedensten Unternehmungen als Regionalverkaufsleiterin im Einsatz stand. Als strategische Beraterin bei der Post führt sie ihre Kunden in die digitale Zukunft und unterstützt sie bei der Transformation – von der Ermittlung des digitalen Reifegrades bis hin zum Lösungskonzept.

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