Super-Apps als neuer Weg zum Kunden?



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Mobile Super-Apps als neuer Weg zum Kunden?

Publiziert am 04.03.2020 von Markus Peter, Organisator Connecta, Post CH AG

WeChat und Alipay sind die prominentesten Beispiele einer Super-App-Revolution. Sie gelten als Vorbild für mobile Applikationen, mit denen die Nutzer ihren gesamten Alltag organisieren sollen. Nur, was sind eigentlich diese Super-Apps, welche Vorteile bringen sie den Anwendern und welche den Unternehmen?

Vom Aufstehen über den Weg ins Büro und das Mittagessen bis hin zur Abendgestaltung zu Hause bietet WeChat ein Angebot. Im Zentrum steht ein Payment-System, das mit weiteren Angeboten angereichert wird. Die Super-Apps haben gemeinsam, dass sie dem Ansatz «Mobile First» folgen.

Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Formen von Super-Apps unterscheiden:

  • Super-App eines Unternehmens, die um diverse Zusatzfunktionen ergänzt wird
  • Super-App+ mit sogenannten Miniprogrammen von Drittanbietern

Super-Apps sind der neue Weg zum Kunden

Super-Apps versuchen, mit jedem neuen Service oder Miniprogramm die Aufmerksamkeit und Zeit des Nutzers zu gewinnen. Das Geld des Verbrauchers haben sie sich in der Regel schon gesichert, weil sie als Payment-System die Rolle des Bankkontos übernehmen. Aus Sicht des Konsumenten ist das alles super einfach und bequem.

Die Vorteile einer Super-App liegen im kurzen Weg zur Handlung (Convenience) und der Vielfalt an Services, die an einem Ort gebündelt sind.

Four Trends in Consumer Tech. Quelle: YouTube

Voraussetzung für den Erfolg

Super-Apps setzen sich dort durch, wo Smartphones das zentrale Werkzeug im Alltag sind. Jeder Medienbruch verhindert letztlich, dass solche Apps zur Alltagsplattform werden.

Nebst Südostasien setzen sich Super-Apps auch in Südamerika und Afrika – zwei weiteren Gesellschaften von «Mobile First» – durch. Die kolumbianische Rappi (ursprünglich ein Kurierdienst) ist bereits in sieben Ländern tätig und bewegt sich gerade in Bereichen wie E-Payment, Roller-Sharing und Finanzdienstleistungen.
In Afrika haben sich ebenfalls erste Super-Apps wie z. B. Tingg etabliert. Das panafrikanische Zahlungsunternehmen Cellulant stellt eine einheitliche Plattform zur Verfügung, über die Nutzer jede Art von Nebenkostenabrechnungen realisieren können.

Amazon ist in Indien ebenfalls auf einem guten Weg in Richtung Super-App. Das Unternehmen bietet dort E-Payments, Flugbuchungen, Ride Hailing, Food Delivery und mehr an – entweder direkt oder über erworbene Unternehmen.

Super-Apps – auch im Westen realistisch?

Und was ist mit dem Westen? Hier wurden die Anwendungen bisher so konzipiert, dass sie einem einzigen Bedürfnis des Benutzers entsprechen, nämlich kaufen oder bezahlen. Diese sogenannten Single-Purpose-Apps sind fest im Alltagsleben verankert. Der natürliche Weg ist also, dass einige dieser Apps Schritt für Schritt immer mehr Plattformmerkmale übernehmen. Und obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht, gibt es bereits Bewegungen in diese Richtung.

Der Schritt von Facebook zu Zahlungen mit Libra ist ein besonders grosser Schritt zur Super-App. Ausserdem hat Uber damit begonnen, Uber und Uber Eats in einer App zu vereinen.

In diesem neuen Szenario sollten sich also Händler, Hersteller und Marken fragen, ob sie Teil einer Plattform oder selbst zur Super-App werden wollen, um für Kunden relevant zu bleiben.

Markus Peter, Organisator Connecta, Post CH AG

Markus Peter zeichnet verantwortlich für die Organisation der Connecta Bern, dem alljährlich stattfindenden digitalen Festival der Schweizerischen Post und PostFinance. Zudem ist er als Dozent bei verschiedenen Fachhochschulen tätig.

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