So werden stationäre Händler digital



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Transformation im Handel So werden stationäre Händler digital

Publiziert am 16.06.2020 von Yannick Küffer, Digital Commerce Consultant, Post CH AG

Die Digitalisierung prägte in den vergangenen Jahren die Geschäftswelt nachhaltig. Der Onlinehandel wurde zu einer starken Konkurrenz für den stationären Handel. Die Kunden bestellen immer häufiger online und gehen seltener in ein Geschäft. Wie können stationäre Händler in Zukunft erfolgreich bleiben?

Im traditionellen Laden sind Produkte direkt erlebbar und der Kunden wird persönlich beraten. Zwei wichtige Vorteile des stationären Handels. Aber das genügt heute allein nicht mehr. Das Einkaufserlebnis der Kunden beginnt bereits zu Hause und meist auch digital, etwa durch die Suche nach Produkten auf Google oder Amazon, oder auf der Suche nach Inspirationen auf Instagram oder Pinterest. Um hier mitzuspielen, müssen stationäre Händler digitaler werden. Es gilt, die Vorteile des Ladens mit der digitalen Welt zu verbinden. Ohne eine digitale Transformation ist das nicht zu schaffen. Davon profitiert letztlich auch der Kunde, der zusätzliche Services wie Click & Collect oder das mobile Bezahlen im Laden nutzen kann.

Warum digitale Transformation im Handel?

Mit der zunehmenden Digitalisierung änderte sich auch die Loyalität der Kunden. Um Preisvorteile zu erzielen oder den neuesten Trends zu folgen, ist es heute eher üblich, rasch einen Anbieter zu wechseln. Die Barrieren zu einem Anbieterwechsel sinken, Lock-in-Effekte nehmen ab, da ein Wechsel durch die zunehmende Vernetzung einfacher wird.

Die Entwicklungen der Informationstechnologie bieten Unternehmen und Kunden neue Möglichkeiten. Produktinformationen und Preisvergleiche sind schnell und unabhängig vom Ort möglich. Das führt zu einem Machtverlust des Händlers.

Auf Seiten von Kunden und Unternehmen steigt das Wissen über den Wert von Daten. Das Zusammenspiel von digitaler und analoger Welt bietet dem Handel neue Möglichkeiten, Daten zu gewinnen. Sie bilden die Grundlage dafür, die Bedürfnisse, Interessen und Gewohnheiten der Kunden besser zu verstehen.

Herausforderungen für den stationären Handel in der digitalen Transformation

Damit Unternehmen weiterhin konkurrenzfähig bleiben, müssen sie heute eine digitale Strategie entwickeln. So kann das Geschäftsmodell an die dynamische Marktentwicklung und wandelnden Kundenbedürfnisse angepasst werden. Das Geschäftsmodell sollte erkennen lassen, wer die Kunden sind, was verkauft wird, wie das Angebot erbracht wird und warum das Geschäft erfolgreich wirtschaftet.

Digitale Technologien helfen dabei, das Kundenerlebnis möglichst positiv zu gestalten. Datenanalysen helfen dabei, die Kunden besser zu kennen und zu verstehen. Aus ihnen lassen sich Personalisierungsmassnahmen ableiten. Der Verkaufsprozess kann durch digitale Komponenten erweitert werden. Dazu gehören etwa die Nutzung sozialer Netzwerke (z.B. Facebook, Instagram, LinkedIn, etc.) oder neue Technologien in der Kundenkommunikation (Chatbot, Live-Chat, etc.).

Unter dem Gesichtspunkt von Prozessen kann die Digitalisierung die Wirtschaftlichkeit verbessern und neue Funktionen schaffen. Die Digitalisierung kann Durchlaufzeiten verkürzen, die Kosten senken und Qualität erhöhen. Das Potenzial ist hier vielseitig und erstreckt sich über die gesamte Customer Journey.

Was sollte der stationäre Handel bei der digitalen Transformation beachten?

Auch für den stationären Handel spielt die technologische Fitness eine wachsende Rolle für das erfolgreiche Bestehen. Neben branchenspezifischen Veränderungen wird es immer wichtiger, auch Entwicklungen in fremden Branchen zu verfolgen, um das Potenzial für das eigene Geschäft abzuleiten.

Der Einsatz digitaler Technologien leistet einen wesentlichen Beitrag zur Prozessoptimierung und -automatisierung. Damit das Potenzial der Digitalisierungsmassnahmen bestmöglich genutzt werden kann, sollten zuerst sämtliche bestehenden Geschäftsprozesse erhoben, abgebildet und anschliessend analysiert werden.

Trends kommen und gehen immer schneller, die Innovationszyklen werden immer kürzer und das Unternehmens- und Branchenumfeld entwickelt sich dynamischer. Deshalb ist es wichtig, neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu evaluieren und zu entscheiden, ob diese weiterverfolgt werden.

Yannick Küffer, Digital Commerce Consultant, Post CH AG

Yannick Küffer ist Digital Commerce Consultant des Competence Center Digital Commerce der Schweizerischen Post. In dieser Funktion unterstützt er Händlerkunden in der Weiterentwicklung ihres digitalen Reifegrads. Dabei liefert er strategische Beratung hinsichtlich der Digitalisierung bis hin zur Lösungskonzeption.

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