In 7 Schritten zu mehr Wachstum



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Growth Hacking In 7 Schritten zu mehr Wachstum

Publiziert am 22.07.2020 von Claudia Maire, Digital Product Manager, Post CH AG

Was steckt hinter dem Buzzword? Ist Growth Hacking auch für mein Unternehmen geeignet? Und wo soll ich damit anfangen? Wir beantworten diese Fragen.

Der Ansatz Growth Hacking hilft Unternehmen dabei, Ideen zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels schnell und messbar umzusetzen. Eine umfassendere Definition liefert Hendrik Lennarz: «Growth Hacking ist ein Prozess. Dieser optimiert das Zusammenspiel der agilen und kundenzentrierten Produktentwicklung mit einem skalierenden Geschäftsmodell, dem Testen der erfolgreichsten Marketingkanäle sowie eines kontinuierlichen Umsetzungs- bzw. Optimierungsprozesses.»

Die Grundpfeiler von Growth Hacking

Stark geprägt wurde das Growth Hacking von Sean Ellis, der unter anderem massgeblich am Erfolg von Dropbox beteiligt war. Das übergeordnete Ziel des Ansatzes ist Wachstum. Eigentlich völlig naheliegend. Allerdings zeigt sich gerade in grösseren Teams, dass in der heutigen schnelllebigen Zeit der Fokus auf ein gemeinsames Ziel schnell verloren geht.

Genau hier setzt Growth Hacking an und setzt dabei auf drei zentrale Elemente:

  • Eine gemeinsame, teamübergreifende Mission: Hierbei wird häufig die «North Star»-Metrik in Verbindung gebracht. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.
  • Das richtige Mindset muss innerhalb der gesamten Organisation gelebt werden: Der Wunsch zur kontinuierlichen Verbesserung steht im Zentrum. Eine ausgeprägte Fehler- und Lernkultur, Experimentierfreudigkeit sowie Mut sind hier förderlich.
  • Daten, Daten und nochmals Daten: Sie sind eine unverzichtbare Grundlage für wirkungsorientierte Experimente und Massnahmen.

Fragen Sie sich gerade, ob sich Growth Hacking überhaupt für Ihr Unternehmen eignet? Beantworten Sie sich eine einfache Frage: Fokussiert sich Ihr Unternehmen auf Wachstum oder auf die Erhaltung des Status quo? Wenn es um Wachstum geht, sollten Sie hier weiterlesen.

Mehr als Marketing

Growth Hacking wird oftmals ausschliesslich mit Marketing assoziiert. Es ist jedoch eher als interdisziplinäre Funktion im Unternehmen zu verstehen. Im Gegensatz zum klassischen Marketing bezieht das Framework die gesamte Customer Journey und jeden Touchpoint ein. Um erfolgreich und schnell zu experimentieren, ist ein agiles Team mit Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen wie Marketing, Produktmanagement, User Experience, Datenspezialisten, Entwicklung, Sales und Support nötig. Auch die Geschäftsleitung muss gezielt in den Prozess einbezogen werden und absolut hinter dem Vorhaben stehen. Denn für die erfolgreiche Einführung des Growth Hacking sind Anpassungen an Organisation und Strukturen sowie ein Kulturwandel unerlässlich.

Wie soll ich beginnen?

Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie mit Growth Hacking beginnen können:

  1. Mit der Gründung des Growth-Hacking-Teams ist der erste Grundstein gelegt.
  2. In einem nächsten Schritt gilt es, die gemeinsame Mission, Ziele und KPIs (Key Performance Indicators) zu definieren.
  3. Nun sollte das Team Ideen und Hypothesen sammeln, die es anschliessend in Experimenten zu überprüfen gilt.
  4. Entscheiden Sie sich für einen Ansatz zur Priorisierung dieser Ideen, wie z. B. die PIE-Methode (Potential, Importance, Ease).
  5. Das erste Experiment wird definiert und erstellt. Wichtig dabei ist, dass Einigkeit herrscht, welche Annahmen und Ziele das Experiment verfolgt und wie gemessen und überprüft wird.
  6. Analysieren Sie die Ergebnisse und fassen Sie Ihre Erkenntnisse zusammen. Besonders wichtig ist die Antwort auf folgende Fragen: Was haben wir gelernt und können wir für weitere Experimente mitnehmen? Was wollen wir beim nächsten Mal besser machen?
  7. Teilen Sie Ihre Erkenntnisse im Team und definieren Sie gemeinsam die nächsten Schritte. So können Sie das Gelernte festhalten und langfristig erfolgreich bestätigte Experimente automatisieren.

Nun beginnt der Zyklus erneut. Starten Sie das nächste Experiment.

Der Growth-Hacking-Lernprozess: Ideenfindung, Priorisierung, Experiment und Analyse.
Quelle: Introduction to Growth Hacking by Sean Ellis

Growth Hacking kann somit langfristig nicht nur zu mehr Wachstum führen, sondern sorgt dank eines kontinuierlichen Lernprozesses auch zu einem wirkungsorientierteren Ressourceneinsatz.

Warum ich wieder auf Growth Hacking setzen würde

Das Framework hat meinem Team geholfen, sich auf ein gemeinsames Ziel zu fokussieren und, noch wichtiger, teamübergreifend zusammenzuarbeiten. Sind die Grundlagen einmal geschaffen, beginnt die Freude am Experimentieren und gemeinsamen Lernen. Wir konnten neue Ideen schneller ausprobieren und frühzeitig verwerfen, wenn der gewünschte Erfolg nicht eingetroffen ist. Das hat uns geholfen, die begrenzten Ressourcen wirksamer einzusetzen und bessere Kundenerlebnisse zu schaffen.

Erwarten Sie aber bitte keine Wunder: Sie müssen das richtige Mindset und viel Durchhaltevermögen mitbringen. Hendrik Lennarz bringt es auf den Punkt: «Diesen einen Growth Hack, der ein Produkt über Nacht durch die Decke schiessen lässt, gibt es leider nicht.»

Interessant

Claudia Maire, Digital Product Manager, Post CH AG

Als Product Managerin im Competence Center Digital Commerce verantwortet Claudia Maire unter anderem den Service zur Sendungsbenachrichtigung. Für die bedürfnisgerechte Weiterentwicklung ihrer Produkte befasst sie sich intensiv mit agilen und kundenzentrierten Methoden und probiert gerne Neues aus. Dabei kann sie auf eine langjährige Erfahrung in den Bereichen Marketing sowie Produkt- und Projektmanagement zurückgreifen.

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