Kopflos unterwegs?



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Headless Commerce Kopflos unterwegs?

Publiziert am 11.12.2019 von Oliver Schmidiger, Digital Product Manager, Post CH AG

Headless Commerce ist gerade in aller Munde. Der Begriff beschreibt die Trennung von Front- und Backend. Dabei wird der Kopf, also das Frontend, entfernt. Das bedeutet aber nicht, dass der Händler jetzt kopflos unterwegs ist, denn das Backend (z.B. ERP, CMS, CRM oder eine Kombination daraus) bleibt bestehen. Es wird aber durch die Schaffung von API-Schnittstellen um flexible Interaktionsmöglichkeiten ergänzt.

Eine API (Application Programming Interface) bezeichnet eine standardisierte Schnittstelle, über die ein bestimmter Inhalt bezogen werden kann. Es gibt heute zahlreiche prominente Beispiele von API-Schnittstellen wie beispielsweise jene von Google Maps, mit der Standortinformationen bezogen werden können. Über eine API können einzelne Datenfelder, Texte oder sogar Bilder transportiert werden.

Im Headless Commerce dient das Backend als Informationsbasis, die eine Vielzahl an Daten umfasst. Bei einem Onlineshop können dies Stammdaten, Bilder und Preise von Produkten sein. Denkbar sind auch logistische Informationen wie Adressen, Versandoptionen und Abholpunkte.

Die im Backend gehaltenen Informationen müssen nicht zwingend intern beim Kunden vorhanden sein. Auch externe API-Schnittstellen mit Informationen von Geschäftspartnern können Teil des Backend sein. Die Post bietet beispielsweise mit der Digital Commerce API entsprechende API-Schnittstellen an.

Ein Designer des Frontend (also alle Elemente, die der Kunde in einem Shop sieht) muss sich bei einer Headless-Architektur keine Gedanken über Datenbankanpassungen oder starre Funktionalitäten zwischen Backend und Frontend machen. Alle Informationen stehen über die standardisierten API-Schnittstellen zur Verfügung.

Genau hierin liegt der grosse Vorteil des Headless Commerce. Auf der Basis aller verfügbaren Informationen aus dem Backend können nun individuelle Frontends entwickelt werden. Diese erfüllen dann einen bestimmten Zweck oder bedienen einen besonderen Touchpoint.

Das kann ein klassischer Webshop sein, aber auch eine App für die Apple Watch, oder die Informationen dienen einem Chatbot. Sie können auch die Basis für einen smarten Button sein. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

Diese grössere Flexibilität erlaubt dem Designer, konsequent von den Kundenbedürfnissen aus zu denken. Diese werden in das Zentrum gestellt. Aus dem Backend werden lediglich die Informationen bezogen, die für die Erfüllung des jeweiligen Kundenbedürfnisses notwendig sind.

Headless Commerce bringt allerdings in der IT einen höheren Aufwand mit sich, denn das Frontend muss für jeden Einsatzzweck neu gebaut werden. Es steht keine fertige Shop-Webseite oder eine App für das Smartphone zur Verfügung. Das ist aber nur auf den ersten Blick ein Nachteil, denn im Gegenzug erhält man dafür eine bislang unerreichte Flexibilität im Digital Commerce.

Unternehmen, die konsequent auf eine Headless-Architektur setzen, können damit sehr schnell auf geänderte Marktverhältnisse und neue Technologien reagieren. Zudem lassen sich Kundendaten aus allen Touchpoints im Backend bündeln. Das macht echte Customer-Centricity-Konzepte erst richtig möglich. Das Frontend bleibt flexibel, während das Backend für die nötige Grundlage und Stabilität sorgt.

Interessant

Oliver Schmidiger, Digital Product Manager, Post CH AG

Digital Product Manager im Competence Center Digital Commerce, Post CH AG

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