Die Zukunft der Hochschule



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Digitalisierung Die Zukunft der Hochschule

Publiziert am 03.09.2019 von Manuel P. Nappo, Leiter Institute for Digital Business an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich

Digitale Technologien, Arbeitswelt 4.0, virtuelle Mobilität, internationaler Wettbewerb usw. – die aktuellen Herausforderungen in der Hochschulbildung verlangen neue Modelle und Formate. Doch wie könnten Hochschulen und Universitäten zukünftig aussehen? Wie können sie den Bedürfnissen des transformativen, digitalen Zeitalters gerecht werden? 

Wir befinden uns in einem transformativen Zeitalter. Genau wie die Menschen damals bei der industriellen Revolution, erleben wir heute grundlegende Veränderungen in unserer Art zu leben, zu arbeiten, zu spielen und eben auch zu lernen. Digitale Technologien verändern nicht nur unser Lernverhalten, sondern auch die Art und Rolle der Hochschulen und Universitäten. Stellen Sie sich vor, Sie würden die Augen schliessen und im Jahr 2030 wieder aufwachen. Auf der Welt leben neun Milliarden Menschen. Die Menschheit ist auf dem Mars gelandet. Intelligente Roboter arbeiten mit Menschen zusammen und Autos fahren selbstständig. Wie wird da unser Bildungssystem aussehen? Vier mögliche Szenarien liefern Einblicke in die Zukunft der Schule.

Harvard, Yale oder ETH – traditionelle «Aushänger»-Universitäten punkten weiterhin

Traditionsreiche Hochschulen mit international hoher Reputation werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Sie sind die «Rolex» unter den Universitäten und Hochschulen dieser Welt und werden dank Elitecharakter auch in den kommenden Jahren eine hohe Studierendenzahl aufweisen. Da sie vom Staat finanziert und reguliert werden, besteht wenig Spielraum für gewinnbringende Initiativen. Angeboten werden daher traditionelle Bachelor- und Masterstudiengänge mit Fokus auf Lehre und Forschung.

Private Hochschulen wie die HWZ vernetzen sich mit der Wirtschaft

Mehr Markt, dafür weniger Staat. Losgelöst von der Regierung und staatlicher Finanzierung, geniessen private Hochschulen grössere Autonomie, was ihre Finanzierungsquellen betrifft. Sie sind kommerziell ausgerichtet und arbeiten daher oft mit Sponsoren und Partnern zusammen. Sie pflegen starke Verbindungen zur Wirtschaft und bieten ihren Studierenden arbeitsintegriertes Lernen mit hohem Praxisbezug.

Singularity University oder Jolt setzen auf disruptive Formate

Oft als «exotisch» oder «unseriös» belächelt, kämpfen disruptive Formate heutzutage leider oft noch mit ihrem Ruf. In Zukunft wird sich das dramatisch ändern: Neue, «crazy» Formate, die den Fokus auf Wettbewerb, Effizienz und Innovation legen, werden sich vervielfachen und klassische Hochschulmodelle ablösen. Sie richten sich ganz nach den Bedürfnissen der digitalen Transformation und schrecken nicht davor zurück, in neue Märkte und Dienstleistungen zu expandieren.

Flexibles Onlinestudium dank virtueller Mobilität am Beispiel der Udemy

Das Lernangebot befindet sich dort, wo der Nutzer sowieso einen Grossteil seiner Zeit verbringt: im Internet. Flexibel und ausschliesslich online, findet der gesamte Unterricht an einer virtuellen Hochschule über das Internet statt. Vorlesungen werden als Video angeboten, Lernmaterial via Onlineplattform geteilt und Prüfungen am PC absolviert. Kurz: Universitäten strukturieren sich in Netzwerke um, die digitale Plattformen gemeinsam nutzen.

Fazit

Die Szenarien zeigen, dass im Bildungssektor ein tiefgreifender Wandel bevorsteht. Politische Entscheidungsträger und Hochschulleiter müssen zusammenarbeiten, um den Status quo in Frage zu stellen und die Rahmenbedingungen anzupassen, damit Universitäten und Hochschulen zu Innovationen, Investitionen und Transformationen ermutigt werden.

Interessant

Manuel P. Nappo, Leiter Institute for Digital Business an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich

Manuel P. Nappo ist Leiter des Institute for Digital Business und Studiengangsleiter des MAS Digital Business an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Für seinen Beitrag zur digitalen Aus- und Weiterbildung wurde Nappo 2013 von der IAB Switzerland mit dem Titel «Digital Pioneer of the Year» ausgezeichnet.

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